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Aktuelles aus dem Familienrecht

Die Scheidung als Risiko des Unternehmers

Etwa 200.000 Ehen werden jährlich geschieden. Unternehmer trifft es dabei doppelt, und zwar hinsichtlich des Unterhaltes und des Zugewinns. Besonders „gefährlich“ ist der Zugewinn. Ist oder wird keine Gütertrennung vereinbart, besteht die Gefahr, dass nicht nur das Unternehmen, sondern auch der Inhaber „mit untergeht“.

Beispiel: 

Hat der Ehemann während der Ehezeit eine Firma eröffnet, die zum Zeitpunkt der Scheidung einen Wert in Höhe von ca. 2 Millionen Euro aufwies, so hat die Ehefrau einen Zugewinnausgleichsanspruch in Höhe von etwa 1 Million Euro – blendet man andere Faktoren aus. Dieser Anspruch kann durch die Ehefrau sofort und in bar geltend gemacht werden. So kann sie z.B. in die Firma vollstrecken.

Der Firmenwert – er bestimmt im wesentlichen die Höhe des Zugewinnausgleichsanspruches – wird keineswegs auf Basis von Bilanzen ermittelt, sondern auf Basis des sogenannten „Verkehrswertes“. Dieser unterscheidet sich deutlich von den sonstigen Werten.

Diese Art von Vermögensauseinandersetzung kann man lediglich durch Vereinbarung der „Gütertrennung“ oder der sogenannten „modifizierten Zugewinngemeinschaft“ ausschließen. Die Vereinbarung muss notariell beurkundet werden.

Sinnvollerweise sollte man in diesem Zusammenhang auch einen Erbvertrag schließen, um nicht nur die tatsächlichen Auswirkungen einer Ehescheidung sondern auch die Auswirkungen im Todesfall zu regeln.